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In der eigenen Haut wohlfühlen

Unsere Haut ist ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt. Ob klirrende Kälte im Winter, Sonneneinstrahlung im Sommer oder eine ständige Belastung durch Feuchtigkeit bei Inkontinenz – in vielen Situationen ist unser größtes Sinnesorgan besonders gefordert. Gerade reife Haut ist dabei nicht mehr so strapazierfähig wie in jungen Jahren. Eine gesunde Haut ist allerdings nicht nur schön anzusehen, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf unser seelisches Wohlbefinden. Eine sorgfältige Pflege, die auf die Bedürfnisse reifer Haut abgestimmt ist, ist also unverzichtbar.

Pflegetipps für strapazierte Haut im Alter

Wenn die Haut altert, wird sie zunehmend empfindlicher. Die Haut wird dünner und kann nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit speichern. Dadurch wird sie trockener und verliert an Elastizität. Die Drüsen in der Haut produzieren kaum noch Schweiß und Talg. Somit mangelt es der Haut an wichtigem Fett, das sie vor dem Austrocknen schützt. Auch der natürliche Schutzmantel der Haut wird so durchlässiger für Bakterien und andere Erreger, die Hautprobleme verursachen. Da sich die reife Haut nicht mehr so schnell regeneriert wie in jungen Jahren, können bereits kleinste Hautirritationen bei Senioren zu Entzündungen, Ekzemen oder starkem Juckreiz führen. Eine gute Hautpflege beugt solchen Problemen jedoch vor.

Weniger ist mehr!

Das A und O bei der Pflege reifer Haut ist das richtige Maß, denn sie braucht nicht immer Seife und Creme. Schon der Kontakt mit Wasser kann empfindliche Altershaut angreifen. Deshalb gilt für Menschen in der zweiten Lebenshälfte: Nur so oft waschen wie wirklich nötig. Zum Reinigen der Haut ist klares, lauwarmes Wasser geeignet. Auf Seife und Pflegeprodukte mit desinfizierenden Stoffen sollte verzichtet werden, da sie die Haut zusätzlich reizen. Stattdessen empfehlen sich milde Produkte, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind. Geeignet für die tägliche Körperpflege sind beispielsweise Wasch- oder Körperlotionen speziell für reifere Haut, welche viel Fett und Feuchtigkeit spenden. So wird die Haut vor dem Austrocknen bewahrt.

Produkte für die Hautpflege finden sich auch in der eigenen Küche. So liefern Naturprodukte wie Olivenöl, Quark, Honig oder Gurken ebenfalls viel Feuchtigkeit. Damit die Haut auch von innen gut versorgt wird, sollten ältere Menschen viel Wasser oder Tee über den Tag verteilt trinken. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann ebenfalls einen positiven Effekt auf das Hautbild haben.

Gut geschützt bei Hitze und Kälte

Spezielle äußere Einflüsse können die Haut älterer Menschen zusätzlich strapazieren. Im Winter trocknet die Haut aufgrund der niedrigen Temperaturen noch stärker aus als sonst. Für einen guten Schutz eignen sich besonders sogenannte Wasser-in-Öl-Emulsionen – Pflegeprodukte, die mehr Öl als Wasser enthalten. Diese versorgen die Haut mit dem nötigen Fett. Auch für die Lippen sollte im Winter ein Pflegestift verwendet werden. Um die Haut zusätzlich vor Kälte zu schützen, empfehlen sich gut wärmende Kleidung sowie Handschuhe und Mütze für draußen.

Auch warme Temperaturen und Sonneneinstrahlung setzen reifer Haut zu, bedingt durch den hohen Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen. Wichtig für eine gesunde Haut im Sommer sind daher Pflegeprodukte, die viel Feuchtigkeit spenden. Diese sollten aber weniger Fett enthalten als im Winter, da die Haut durch die stärkere Schweißbildung ohnehin fettiger ist. Ein Sonnenhut hilft dabei, die empfindliche Haut am Kopf zu schützen.

Für eine gesunde Haut bei Inkontinenz

Nicht nur wetterbedingte Einflüsse können die Haut von Senioren stark belasten. In einer feucht-warmen Umgebung, beispielsweise im Intimbereich bei Inkontinenz oder dort, wo Hautfalten aufeinander liegen, wird reife Haut ebenfalls gefordert. Keime können sich dort schnell ausbreiten und auch der ständige Kontakt mit Ausscheidungen reizt die Haut und greift ihren Schutzmantel an. So kommt es bei Betroffenen häufig zu Hautirritationen, Entzündungen und wunden Stellen.

Gerade bei Inkontinenz ist es daher wichtig, ausschließlich milde Produkte und besser keine Seife zu verwenden. Spezielle Intimwaschprodukte sind auf den Säureschutzmantel der Haut abgestimmt und bewahren den natürlichen pH-Wert im Intimbereich. Nach dem Waschen sollte die Haut gründlich abgetrocknet werden, um Feuchtigkeit zu vermeiden. Dabei gilt: sanft tupfen statt reiben, damit die Haut nicht unnötig gereizt wird. Zudem gibt es spezielle Hautschutzcremes, die einen schützenden Film auf der Haut hinterlassen und so Reizungen durch Ausscheidungen vorbeugen. Keinesfalls sollte jedoch auf Produkte wie Vaseline oder Melkfett zurückgegriffen werden. Diese enthalten zwar viel Fett, decken aber die Haut zu stark ab und können die Saugfähigkeit von Inkontinenzprodukten beeinträchtigen.

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