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Gegen das Tabu Inkontinenz – Der Welt-Inko-Tag am 30. Juni

Inkontinenz. Das Thema ist und bleibt ein Tabu. Betroffene schämen sich. Menschen, die nicht unter eine Inkontinenz leider, witzeln darüber und belächeln das Thema. Wir möchten über Inkontinenz aufklären und Betroffenen helfen, mit der Erkrankung fürsorglich umzugehen. Denn keiner ist mit dem Thema alleine.
Am 30. Juni wird jährlich der internationale Tag der Inkontinenz begangen. Dies ist für uns Grund genug, uns heute ausführlich mit dem Thema zu beschäftigen.

 

Was ist überhaupt Inkontinenz?

Inkontinenz ist kein gesellschaftliches Randthema und auch kein Phänomen, das erst im Alter auftaucht. Im Gegenteil: es kommt aus der Mitte der Gesellschaft und ist auch genau dort zu finden. Von Harninkontinenz können z.B. auch Kinder betroffen sein oder junge Mütter. Das Bild des älteren, vorerkrankten Menschen ist hinfällig.

Man unterscheidet zwei verschiedene Formen bzw. Ausprägungen von Inkontinenz: die sogenannte Stressinkontinenz und die Dranginkontinenz.
Die Stressinkontinenz ist der Urinverlust bei körperlicher Belastung. Sie entsteht dadurch, dass der Druck im Bauch den Druck in der Harnröhre überschreitet. Dadurch kommt es zum Urinverlust. Die Dranginkontinenz hingegen wird definiert durch häufiges Wasserlassen und ständigen Harndrang bis hin zur spontanen Entleerung, obwohl die Blase noch nicht gefüllt ist – und nur weil das Gehirn das Gefühl von Drang verleiht. Ihre Ursachen können sowohl körperlich als auch seelisch sein.

Wie stellt man Inkontinenz fest?

Der erste Ansprechpartner sollte immer der eigene Hausarzt sein. Gehen Sie mit dem Thema offen um und beschreiben Sie Ihre Problematik genau. So können Sie gemeinsam mit dem Arzt einen idealen Weg für Therapie und Hilfsmittel finden.
Eine Reihe von Tests kann helfen, den Schweregrad des Problems zu bestimmen. Durch den einfachen Streifentest kann beispielsweise ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden von einer Entzündung herrühren. Selbstverständlich muss auch eine gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall durchgeführt werden. Dies dient vor allem zur Feststellung begleitender Senkungszustände. Häufig wird dabei die gynäkologische Ultraschalldiagnostik mit einem Beckenboden-Ultraschall kombiniert. Ebenfalls ist ein ganz einfacher Test der Hustentest, bei dem der Patient am besten im Stehen aufgefordert wird, mit voller Blase zu husten.

Warum ist Inkontinenz noch immer ein Tabu?

Schätzungen zufolge leiden in Deutschland bis zu neun Millionen Menschen an einer Harn- oder Stuhlinkontinenz. Man könnte meinen, dass das Thema Inkontinenz mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Doch dem ist nicht so!
Die Gründe für die bisher sehr geringe öffentliche Thematisierung sind vielschichtig. An erster Stelle steht die Scham des Einzelnen. Betroffene fürchten eine Stigmatisierung der Gesellschaft. Man redet sich dann ein, dass die Funktionsstörung, die die Inkontinenz herbeigeführt hat, eine normale Alterserscheinung sei und dass man nichts dagegen unternehmen könnte. Lieber schenkt man sich den Gang zum Arzt und die damit empfundene Peinlichkeit. Man findet sich also mit seinem Schicksal ab, ohne die Herausforderung, die eine Inkontinenz mit sich bringt, anzunehmen.
Ganz gleich in welchem Alter man an einer Inkontinenz „erkrankt“, sie beeinträchtigt immer die eigene Lebensqualität. Privatleben, Sexualität und Beruf leiden darunter. Viele Menschen ziehen sich zurück. Niemand möchte aufgrund einer Inkontinenz belächelt oder im schlimmsten Fall in der Öffentlichkeit ausgelacht werden.
Daher ist es wichtig, dass das Thema gesellschaftlich an Relevanz gewinnt. Der Welt-Inkontinenztag soll hier helfen, dass sich Menschen, die nicht betroffen sind und die keine Person kennen, die an Inkontinenz leidet, für dieses Thema öffnen.

Foto: Pixabay/Alexas_Fotos

 

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