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Wie Vierbeiner Krankheiten erschnüffeln

Hunde und Menschen haben seit jeher eine enge Beziehung zueinander. Dabei werden die Vierbeiner immer wieder als Helfer für den Menschen eingesetzt, etwa als Jagd-, Hirten- oder als Blindenhunde. Aber auch im medizinischen Bereich erweisen sich Hunde aufgrund ihrer sehr feinen Nase und ihrem aufmerksamen Gespür für ihr Gegenüber als wertvoll. So werden sie heute beispielsweise eingesetzt, um Diabetiker vor Unterzuckerung zu warnen oder Krebserkrankungen zu erkennen.

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland müs­sen mit dem Befund Diabetes leben. In der Regel können Diabetiker ihre Blutzuckerwerte gut kontrollieren. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es allerdings häufig schwierig, einen kritischen Blutzuckerspiegel zu erken­nen. Aber auch erwachsene Diabetiker bemerken eine Unterzuckerung in manchen Situationen, wie bei körper­licher Anstrengung oder nachts beim Schlafen, zu spät. Das kann lebensgefährliche Folgen haben.

Diabetes-Anzeigehunde als Retter in der Not

Eine zunehmend beliebte Lösung für dieses Problem sind sogenannte Diabetes­-Anzeigehunde. Dank ihrer feinen Spürnase sind sie in der Lage, eine drohende Unterzucke­rung zu erkennen, bevor diese tatsächlich eintritt. Dies ist möglich, da während einer Unterzuckerung chemi­sche Prozesse im Körper des Betroffenen stattfinden, die der Hund in Atem und Schweiß riechen kann. Aber auch die Körperhaltung und Atmung des Diabetikers nehmen Anzeigehunde als wichtige Indizien für einen kritischen Blutzuckerspiegel wahr.

Wenn die Vierbeiner eine drohende Unterzuckerung erkennen, zeigen sie dies durch Stupsen mit der Nase, Kratzen mit der Pfote oder Bellen an. Für gefährliche Situationen werden sie aber auch darauf trainiert, Not­fallpäckchen zu bringen, eine Notfalltaste zu drücken oder Hilfe bei anderen Menschen zu holen. So können die Spürnasen vermeiden, dass ihre Besitzer bewusstlos werden, sich verletzen oder in ein Zuckerkoma fallen.

Spezielle Ausbildung ist nötig

Damit die Hunde wissen, was in solchen Situationen zu tun ist, bedarf es einer Ausbildung von spezialisierten Trainern. Allerdings eignen sich nicht grundsätzlich alle Vierbeiner als Diabetes­Anzeigehunde. Voraussetzung ist beispielsweise, dass sie über eine angeborene Veranla­gung für die Wahrnehmung einer Unterzuckerung beim Menschen und eine gute Sozialisierung verfügen.

Bei aller Zuverlässigkeit, mit der Hunde Blutzuckerkri­sen voraussagen können, sollte man aber keine absolute Fehlerfreiheit von ihnen erwarten. Dennoch können die Spürnasen Diabetikern helfen, ihre Selbstkontrolle und Unabhängigkeit zu bewahren. So tragen die Vierbeiner nicht nur zu einer verbesserten Lebensqualität bei, son­dern fördern zusätzlich eine positive Lebenseinstellung.

Spürnasen für die Krebserkrankung

Aber nicht nur bei Diabetes können Hunde für den Men­schen von großem Nutzen sein. Mit ihrem sensiblen Riechorgan sollen sie in der Lage sein, Krampfanfälle bei Epileptikern anzuzeigen oder Krebserkrankungen, wie Lungenkrebs oder Darmkrebs, bei Betroffenen zu erkennen.

Wie auch bei Diabetikern können die Hunde im Atem des Patienten einen bestimmten Geruch identifizieren, der von Tumoren herrührt. In einer Studie zeigte sich, dass die Vierbeiner auch winzige Tumore, die auf einem Rönt­genbild kaum zu erkennen waren, erschnüffeln konnten. Möglicherweise können die Spürnasen sogar akute von chronischen Krebsformen unterscheiden.

Wissenschaftliche Beweise dafür, dass Hunde unter­schiedliche Krebsarten treffsicher anzeigen können, gibt es bisher nicht. Eines steht aber ohne Zweifel fest: Hunde sind treue Wegbegleiter, die für alle Menschen, ob krank oder gesund, eine große Bereicherung darstellen können!