Smartphones und Tablets: Ein Gewinn auch für Ältere!

Eine kurze Erinnerung, dass es Zeit für ein bestimmtes Medikament ist oder eine Übersicht der letzten Blutdruckmessungen – auch die Gesundheitsindustrie hat mittlerweile erkannt, welche Möglichkeiten Smartphones und Tablets mit ihren Anwendungen, sogenannten Apps, bieten. Gerade ältere Menschen könnten davon profitieren. Doch die stehen oftmals auf Kriegsfuß mit diesen modernen technischen Geräten. Dass Tablets selbst die Therapiearbeit mit Demenzkranken sinnvoll unterstützen können, konnte in Pflegeeinrichtungen jedoch bereits bewiesen werden.

Viele ältere Menschen scheuen sich noch immer, Smartphones und Tablets zu nutzen. Dabei öffnet sich mit diesen Geräten auch für sie eine vielfältige Welt an interessanten Apps, die es zu entdecken gilt. Und wer dies erkennt, ist meist bereit, die neue Technologie in sein Leben zu lassen. Einen guten Einstieg bieten dabei Smartphones, die speziell auf die Bedürfnisse von älteren Menschen ausgerichtet sind. Auf diesen Geräten sind die App-Symbole größer und übersichtlicher dargestellt, damit Menschen mit Sehschwäche oder geringen technischen Kenntnisse sich leichter im Menü zurechtfinden. Tablets punkten zudem mit ihrem größeren Bildschirm. Wer Lust hat, die Möglichkeiten von Smartphones und Tablets selber auszuprobieren, aber noch Anleitung benötigt, kann einen der speziell an Senioren gerichteten Kurse besuchen, die es mittlerweile an zahlreichen Volkshochschulen deutschlandweit gibt.

Wertvolle Hilfe durch Apps

Der aktuelle Trend zeigt, dass Apps eine immer größer werdende Rolle rund um das Thema Gesundheit spielen. Zum Beispiel bieten eine Reihe von Blutzucker- sowie Blutdruckmessgeräte inzwischen an, die Messergebnisse über eine App bequem zu speichern. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das lückenlose Dokumentieren und Auswerten ist so jederzeit möglich, und zwar nicht nur von zu Hause aus, sondern auch von unterwegs.

Mit den absehbaren Fortschritten der Telemedizin könnten diese Daten zukünftig auch in der medizinischen Behandlung eingesetzt werden, indem der Arzt ebenfalls Zugriff auf diese digitalen Messergebnisse hat. Auch für andere Bedürfnisse von Senioren bieten Apps komfortable Lösungen. So nimmt im Alter üblicherweise die Anzahl der benötigten Arzneimittel zu, während wir uns gleichzeitig immer weniger merken können. So mancher ältere Mensch vergisst wichtige Medikamente im verordneten Abstand einzunehmen. Für diese Situation entwickelte Apps erinnern mit einem Alarm an die Medikamenteneinnahme und geben meist Hinweise, ob die Tablette vor, mit oder nach dem Essen eingenommen werden sollte. Neben diesen praktischen Hilfestellungen gibt es weitere Apps mit umfangreichen Informationen zu verschiedenen Gesundheitsthemen.

Unterstützung bieten Apps auch für pflegende Angehörige. Interessierte finden auf diese Weise beispielsweise Antworten auf unterschiedlichste pflegerische Fragen oder Informationen, die Orientierung im Bürokratie-Dschungel geben. Wer Anleitungen oder Videos zu Pflegetätigkeiten sucht, wird ebenfalls schnell fündig. Eine andere App hält ein Pflegetagebuch zur Dokumentation der täglichen Pflegeaktivitäten vor – eine gute Vorbereitung bei der Beantragung eines Pflegegrads, früher Pflegestufe.

Aktivierung von Demenzkranken

Ein spannendes Modellprojekt wurde im Domicil-Pflegeheim am Schlosspark Berlin-Pankow durchgeführt. Mit 14 Bewohnern, die an einer mittelschweren bis schweren Form der Demenz erkrankt sind, wurde über einen Zeitraum von drei Monaten regelmäßig am Tablet-Computer gearbeitet. Ein Ziel war es, die Aufmerksamkeit der Demenzkranken zu verbessern. Dafür wurden geeignete Spiele-Apps eingesetzt, bei denen es darum ging, Motive zu erkennen, Begriffe zu buchstabieren oder Rätselfragen zu beantworten. In der Freizeitbeschäftigung und bei der Biografie- und Erinnerungsarbeit stand ebenfalls die Arbeit mit dem Tablet auf dem Plan. Das Fazit des Projekts fiel durchweg positiv aus. Alle Beteiligten des Projekts waren überrascht, wie aufgeschlossen die Heimbewohner gegenüber der neuen Technologie waren und mit welchem Spaß die Apps des Tablets genutzt wurden. Bemerkenswert war auch, dass Bewohner, die zuvor kaum sprachen, fast automatisch anfingen zu kommunizieren.

Mithilfe von geeigneten Apps die Sinne ansprechen – das erweist sich gerade für Menschen mit Demenz als besonders hilfreich. Auf spielerische Weise lässt sich so bei Betroffenen die Aufmerksamkeitsleistung verbessern und Wahrnehmungsfähigkeit anregen. Der Vorteil der mobilen, leichtgewichtigen Tablets liegt auch darin, dass diese selbst von bettlägerigen Menschen bequem genutzt werden können.