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Schwermut in Zeiten von Corona – Wenn die Seele um Hilfe ruft  

Die häusliche Isolation und das Kontaktverbot führen vielerorts zu Vereinsamung oder auch zu häuslichen Konflikten. Die Menschen leiden darunter, nicht ihre gewohnten sozialen Kontakte zu pflegen. Schwermut kann sich zu einer unheimlichen und bedrohlichen Krankheit entwickeln. Die gute Nachricht: Depressionen werden mit Medikamenten und ausgefeilten Therapie immer besser behandelbar.

Fachärzte und Psychologen verbuchen generell den Rückgang der Selbsttötungen als einen großen Erfolg der letzten Jahre. Die Zahl der Suizide hat sich seit den siebziger Jahren nahezu halbiert. Dennoch: Ärzte empfehlen weitere Aufklärungsarbeit über Symptome und Hilfsangebote. Gerade in schwierigen und belastenden Phasen wie der aktuellen Krise sollten Sie gut in sich hineinhören!

Training für die Seele

Obwohl sie als eine Volkskrankheit gilt, ist wenig über die Depression bekannt. Blutanalysen sowie Aufnahmen aus dem Gehirn zeigen zwar, wie das Leiden auf bestimmte Teile des zentralen Nervensystems wirkt, eine grundlegende Erklärung liefern sie jedoch nicht. Studien zur Häufigkeit innerhalb von Familien legen nahe, dass in einigen Fällen die Genetik eine bedeutende Rolle spielt. Aber weder gibt es verlässliche Hinweise auf Depression, noch können Experten aufgrund von Familiengeschichten Vorhersagen treffen. Womöglich wird zwar eine Anfälligkeit für Depression vererbt, diese muss aber nicht auftreten. Die Wissenschaft vermutet, dass eventuell kranke Eltern ihren Kindern entsprechende Verhaltensmuster vorleben.

Achten Sie auf frühe Anzeichen!

Bislang wird Hilfe und Pflege aus geographischer Distanz in der Gesellschaft nur selten thematisiert. Das eigene Gewissen plagt den Angehörigen. Nicht selbst steckt das Umfeld der Pflegebedürftigen voller Vorwürfe an die entfernten Angehörigen. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam überlegen, wo es hingehen kann und wie die Formen der modernen Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Fachleuten im Gesundheitswesen eine stabile und verlässliche Pflege ermöglichen. Gleichzeitig ist deutlich, dass entfernt lebende Angehörige auf einwandfrei koordinierte und kommunizierte Pflege-Behandlungsprozesse angewiesen sind, weil sie kaum vor Ort korrigierend einwirken können. Insofern sind Distance Caregivers sozusagen ein Marker dafür, wie gut die professionellen Koordinations- und Kommunikationsleistungen bei den zahlreichen Schnittstellen greifen.
In Corona-Zeiten haben sich in Windeseile digitale Techniken in der Gesellschaft verbreitet. Man darf gespannt sein, welche digitalen Neuerungen in den Bereich Pflege und Distant Caregiving vordringen.

Achtsamkeit lernen

Ein Beispiel ist das „Lebe Balance“- Programm der AOK Baden-Württemberg. In siebenwöchigen Kursen und einem Online-Seminar lernen Teilnehmer Verhaltens- und Denkweisen, die unter dem Begriff „Achtsamkeit“ zusammengefasst werden. Die eigenen Emotionen erkennen und, wenn möglich, ins positive steuern, das wollen die Ärzte und Psychologen vermitteln.

Um Krisen vorzubeugen, sollten Patienten darüber hinaus die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten suchen und über Geschehenes reflektieren. Es geht darum, das berühmte halb gefüllte Glas als halb voll zu betrachten. Das Ziel ist eine Art Fitness, die in diesem Fall nicht zu sehr das körperliche Immunsystem stärkt, sondern die geistige Widerstandsfähigkeit.

Digitale Unterstützung

Bekämpften sich früher die Seelen-Ärzte in ihren verschiedenen Schulen, so ist mittlerweile Pragmatismus angesagt. Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Depression und ihre Spielarten nur mit mehreren Strategien zu bewältigen sind. Selbst das Smartphone kann offenbar die Behandlung leichter Depression unterstützen. Es soll helfen, dass Menschen, die in einer Phase der Traurigkeit stecken, rechtzeitig aufgefangen werden.
Dabei ist es auch wichtig, dass die Krankheit immer mehr ins öffentliche Bewusstsein rückt und ihr Stigma allmählich verliert.
Noch werden viele Gesundheits- Apps nicht von den Kassen finanziert, weil es an einer Zulassung fehlt. Das soll sich mit dem Digitalen Versorgung-Gesetz (DVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ändern. So sollen Anbieter ihre Apps beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) anmelden können, sofern sie den geplanten Kriterienkatalog erfüllen. Für Patienten bedeutet das, einen nachweisbaren Nutzen von Apps garantiert zu bekommen.
Der Einsatz solcher Apps ist umstritten. Es gibt Befürworter und Gegner, da eine App nicht die eigentliche Therapie ersetzen kann. Allerdings können sie eine gute Unterstützung zur regulären Therapie sein, sofern sie sich an Menschen mit leichten bis mittleren psychische Leiden richten. Auch können Apps helfen, wenn Patienten nach einer Diagnose lange auf einen Therapieplatz warten müssen, die Zeit bis zur Therapie überbrücken helfen.

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