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Pflegegrad 3

Für eine Einstufung in Pflegegrad 3 muss eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorliegen. Alltägliche Handlung sind der pflegebedürftigen Person zum größten Teil nicht mehr möglich und sie ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Oft gehen diese Einschränkungen einher mit Erkrankungen wie multipler Sklerose, Wirbelsäulenverletzungen oder Lähmungserscheinungen. Ohne Anleitung und Hilfe sind Betroffene meist nicht in der Lage der Grundpflege nachzukommen und Personen mit einer kognitiven Einschränkung leiden häufig an Inkontinenz.

Entstehung Pflegegrad 3

Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz waren vor der Pflegereform 2017 stark benachteiligt, da oft keine körperliche Einschränkung vorhanden war. So gab es nur in seltenen Fällen eine Pflegestufe. Mit dem Pflegestärkungsgesetz gibt es Leistungen für Personen mit psychischen und mit physischen Einschränkungen.

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Voraussetzungen

Für Pflegegrad 3 müssen die zu Pflegenden bei der Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zwischen 47,5 und 70 Punkte erreichen. Hierbei ist es irrelevant ob eine psychische oder eine physische Einschränkung vorliegt. Bei der Begutachtung werden verschiedene Bereiche des alltäglichen Lebens berücksichtigt.

Die Punkteverteilung richtet sich nach der Möglichkeit der eigenständigen Durchführung der Aktivitäten.

o Punkte – Selbstständig Die versicherte Person kann alltägliche Handlungen ohne fremde Unterstützung durchführen.

1 Punkt – überwiegend selbstständig

Die Person benötigt nur geringe Unterstützung von pflegenden Personen und ist in der Lage den größten Teil der alltäglichen Handlungen selbstständig zu bewältigen.
2 Punkte – überwiegend unselbstständig Die Person ist zunehmend auf pflegende Unterstützung angewiesen und kann alltägliche Handlungen nur noch zu einem geringen Teil eigenständig erledigen.
3 Punkte – unselbstständig Die Person ist auf eine pflegende Person angewiesen, weil sie alltägliche Handlungen nicht mehr selbstständig durchführen kann.

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Wie wird der Pflegegrad ermittelt?

Bei der Einstufung in einen Pflegegrad untersucht der MDK sechs Bereiche. Insgesamt fließen 64 Kriterien unterschiedlicher Gewichtung in die Bewertung ein.

Mobilität

Ist die Person in einfachen Handlungen im Alltag eingeschränkt oder kann sie sich selbstständig oder überwiegend selbstständig fortbewegen?

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Dieser Bereich bewertet die Orientierung und die Gedächtnisleistung. Zusätzlich wird die Entscheidungsfindung im Alltag getestet und die Fähigkeit, Personen aus dem nahen Umfeld zu erkennen.

Verhalten und psychische Problemlagen

Hier bewertet der MDK ob es verhaltensbedingen Auffälligkeiten gibt. Werden Gegenstände beschädigt? Leidet die Person unter nächtlicher Unruhe oder Angstzuständen? Gibt es motorische Auffälligkeiten?

Selbstversorgung

In diesem Bereich werden alltägliche Handlungen, wie etwa An- und Ausziehen, die tägliche Pflege oder die Fähigkeit von Zubereiten von Mahlzeiten bewertet.

Umgang mit Belastungen und Anforderungen einer Krankheit

Ist die Person im Krankheitsfall in der Lage dich selbstständig zu versorgen? Wichtige Punkte sind hier die Fähigkeit selbstständig Medikamente einnehmen zu können, die Verabreichung von Injektionen oder auch das Messen von Blutzucker.

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Kann die Person selbstständig aktiv mit ihrem sozialen Umfeld interagieren und ist sie in der Lage eine eigenständige Freizeitgestaltung auf die Beine zu stellen?

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Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3

Bei Pflegegrad 3 sind die Personen bereits soweit physisch oder psychisch eingeschränkt, dass alltägliche Handlungen ohne geeignete Hilfsmittel und Unterstützung nicht mehr möglich sind.

Mit Pflegegrad 3 haben Personen Anspruch auf eine Unterstützung der Pflegeleistungen von bis zu 40.365 Euro jährlich.

Pflegegeld

Mit Pflegegrad 3 haben Personen Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 545€ monatlich, wenn die Pflege von Verwandten oder Bekannten im häuslichen Umfeld stattfindet.

Pflegesachleistungen

Bei Pflegegrad 3 wird Pflege durch professionelle Pflegekräfte im häuslichen Umfeld mit 1.298 Euro im Monat unterstützt. Pflegesachleistungen werden nicht ausgezahlt, sondern direkt mit dem Pflegedienst verrechnet. Pflegegeld und Pflegesachleistungen können kombiniert bezogen werden. Pflegesachleistungen werden nur nach Aufwand abgerechnet.

Tages- und Nachtpflege

Bei einer teilstationären Betreuung in einer Tages- oder Nacht-Pflegeeinrichtung gibt es einen Anspruch auf 1.298 Euro im Monat.

Vollstationäre Pflege

Mit Pflegegrad 3 haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf 1.262 Euro im Monat bei Betreuung in einem Pflegeheim.

Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbeitrag liegt bei Pflegegrad 3 bei 125€ monatlich.

Kurzzeitpflege

Für eine vorübergehende Betreuung gibt es bei Pflegegrad 3 1.612 Euro pro Jahr. Kurzzeitpflege kann für maximal acht Wochen im Jahr beantragt werden. Die Leistungen für die Kurzzeitpflege können auf bis zu 3.224 Euro im Jahr erhöht werden, wenn keine Verhinderungspflege beansprucht wird.

Verhinderungspflege

Bei Pflegegrad 3 wird für die vorübergehende Pflege durch eine fremde Person ein Betrag von 1.612 Euro im Jahr zur Verfügung gestellt. Die Pflege darf eine Dauer von sechs Wochen nicht überschreiten. Die Leistungen können auf bis zu 2.417 Euro pro Jahr erhöht werden, wenn keine Kurzzeitpflege beansprucht wurde.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Bei Pflegegrad 3 wird der Bezug von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch mit 40 Euro monatlich unterstützt.

Hausnotruf

Für den Hausnotruf haben Versicherte im Pflegegrad 3 Anspruch auf einmalige Anschlusskosten in Höhe von 10,49 Euro und einen monatlichen Zuschuss von 18,36 Euro.

Wohnraumanpassung

Sollten Umbauten im Haushalt notwendig sein gibt es hierfür eine einmalige Förderung von bis zu 4.000 Euro.

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Wieviel Geld gibt es bei Pflegegrad 3?

Pflegegeld

545 Euro pro Monat

Pflegesachleistungen

1298 Euro pro Monat

Entlastungsbetrag

125 Euro pro Monat

Tages- und Nachtpflege

1.298 Euro pro Monat

Vollstationäre Pflege

1.262 Euro pro Monat

Kurzzeitpflege

1.612 Euro jährlich

Verhinderungspflege

1.612 Euro jährlich

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

40 Euro pro Monat

Hausnotruf

Einmalige Anschlusskosten in Höhe von 10,49 Euro. Monatliche Betriebskosten von 18,36 Euro.

Wohnraumanpassung

Einmalig bis zu 4.000 Euro.

Videos zum Thema Pflegegrad 3

Bei Fragen und Unklarheiten rufen Sie unseren SenioBerater an! Wir helfen Ihnen gerne und unterstützen Sie in allen Lebenslagen:

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