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Pflegehilfsmittel und Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen

Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel sind für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige eine wichtige Unterstützung. Auch Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen dienen zur Unterstützung der Selbstständigkeit und werden finanziell gefördert.

Was sind Hilfsmittel?

Hilfsmittel sind Produkte, die im Einzelfall notwendig sind, um Menschen mit einer Erkrankung, Behinderung oder mit altersbedingten Einschränkungen im Alltag zu unterstützen.

Unter den Begriff Hilfsmittel fallen alle Hilfsmittel, die getragen, mitgeführt oder bei Umzug mitgenommen werden können, beispielsweise Mobilitätshilfen wie Rollatoren, Rollstühle, transportable Rampen oder Gehhilfen und Gehstöcke, aber auch Toilettensitzerhöhungen oder Haltegriffe, Anziehhilfen, Bade- und Duschhilfen, Brillen oder Hörgeräte.

Die Hilfsmittel sollen den Erfolg einer Krankenbehandlung unterstützen oder eine drohende Behinderung abwenden oder ausgleichen (z.B. Sehhilfe).

Jeder gesetzlich krankenversicherte hat zunächst Anspruch auf die notwendigen Hilfsmittel.

Eine Übersicht über die Produktgruppen finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de

Im Verzeichnis nicht aufgeführte Hilfsmittel können im Rahmen einer gut begründeten Einzelfallentscheidung auch bewilligt werden. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse muss eine ärztliche Verordnung vorliegen.

Die Krankenkassen genehmigen oder bezuschussen die benötigten verordneten Hilfsmittel. Maximal muss eine Zuzahlung von 10€ pro Hilfsmittel vom Versicherten getragen werden.
Die Krankenkasse kommt auch für Reparaturen oder Ersatz von Hilfsmitteln auf.

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Was sind Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel sind Geräte und Sachmittel, die zur Erleichterung der häuslichen Pflege oder zur Linderung der Beschwerden der Pflegebedürftigen beitragen oder den Pflegebedürftigen eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen und die Pflege für die Pflegeperson erleichtern.

Ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel besteht, sobald ein Pflegegrad vorliegt. Sie müssen bei der Pflegekasse beantragt werden.

Es gibt zwei Arten von Pflegehilfsmitteln:

  • Technische Pflegehilfsmittel: z.B. Pflegebett, Lagerungshilfen, mobiler Patientenlifter, Pflegerollstuhl oder Notrufsystem
  • Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel: z.B. Inkontinenzprodukte, Bettschutzeinlagen, Hygieneartikel, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel

Zu den Kosten für technische Pflegehilfsmittel müssen Pflegebedürftige ab dem 18. Lebensjahr einen Eigenanteil von zehn Prozent, maximal jedoch 25 Euro je Pflegehilfsmittel, zuzahlen. Größere technische Pflegehilfsmittel, wie z. B. ein Pflegebett, werden oft leihweise ohne Zuzahlungsgebühr überlassen.

Pflegebedürftige Personen mit einem festgestellten Pflegegrad, die zu Hause gepflegt werden, haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zum Verbrauch vorgesehen sind.

Monatlich steht dem Pflegebedürftigen ein Pauschbetrag von 40 Euro für Pflegehilfsmittel zu. Monatliche Pflegehilfsmittel zum Verbrauch lassen sich online hier bestellen: MEDI-PAKET

Die Leistung kann auch in Form einer Kostenerstattung erbracht werden oder direkt mit dem Anbieter der Pflegehilfsmittel abgerechnet werden.
Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen, soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten sind.

Die Pflegehilfsmittel sind ebenfalls im Hilfsmittelverzeichnis eingetragen. Das Pflegehilfsmittel-Verzeichnis gibt eine Orientierung, welche Pflegehilfsmittel im Rahmen der Pflegeversicherung zur Verfügung gestellt beziehungsweise leihweise überlassen werden können.

Ein Rezept ist bei Pflegehilfsmitteln grundsätzlich nicht erforderlich, es ist jedoch manchmal hilfreich, dennoch die Notwendigkeit durch einen Arzt begründen zu lassen.

Sollte ein Hilfsmittel nicht eindeutig der Kranken- oder Pflegekasse zuzuordnen sein, regeln dies die Versicherungen untereinander.

Werden Pflegehilfsmittel beansprucht, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen, so müssen die Mehrkosten und die dadurch bedingten Folgekosten vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden.

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Was sind Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen?

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können sinnvoll sein, um möglichst lange ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Durch die Maßnahmen die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert werden. Auch die Belastung für den Pflegebedürftigen beziehungsweise die Pflegepersonen soll verringert werden und eine Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen unterstützt werden. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können sowohl Umbauten als auch technische Hilfen innerhalb und außerhalb der Wohnung sein.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Wohnraum individuell an die Bedürfnisse anzupassen und barrierefrei zu gestalten.

Anbei finden Sie einige Beispiele von zahlreichen Maßnahmemöglichkeiten:

  • Türverbreiterungen
  • Einbau von Treppenliften, Treppengehhilfen oder Aufzügen
  • Einbau einer bodengleichen Dusche
  • Anpassung der Höhe von Waschbecken und Toilette
  • Verlegen eines rutschfesten Bodens
  • Einbau elektrisch zu bedienender Türen
  • Schwellenlose Übergänge
  • Beleuchtungsanpassung
  • Flurverbreiterung
  • Höhenanpassung der Küchenzeile

Welche Anpassungen in einer Wohnung oder in einem Haus sinnvoll und notwendig sind, lässt sich am besten in einer Beratung vor Ort klären.

Dinge, die im Zuge einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme fest in die Wohnung eingebaut werden, also auch bei einem Umzug nicht mitgenommen werden können, fallen nicht in die Kategorie (Pflege-)Hilfsmittel, sondern bezeichnen Umbauten und technische Hilfen in der Wohnung des Pflegebedürftigen. Im Unterschied dazu können Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel bedarfsweise ohne Beschränkung verordnet oder erstattet werden. Wohnraumanpassungen werden nur in begrenztem Umfang gefördert.

Die Pflegekasse kann finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes gewähren. Anspruch auf Zuschüsse haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5.

Vorab muss eine Antrag bei der Pflegekasse eingereicht werden, dem ein Kostenvoranschlag beigefügt ist.

Leistungen zur Wohnraumanpassung werden einmalig für die jeweilige Maßnahme bewilligt. Eine Maßnahme umfasst alle zu einem Bedarfszeitpunkt erforderlichen Umbauten.

Für alle Pflegegrade steht hierfür ein Betrag von maximal 4000€ pro Maßnahme zur Verfügung.

Bis zu vier pflegebedürftige Personen in einem Haushalt (zum Beispiel in einer Pflege-WG) können bis zu 16.000 Euro erhalten.

Bei Veränderung der Pflegesituation oder des Pflegegrades können weitere Maßnahmen beantragt werden.

Die Ausgaben für die Umbaumaßnahme werden in den meisten Fällen vom Pflegebedürftigen oder Angehörigen vorgestreckt. Sobald Rechnungen von Handwerkern etc. vorliegen, können diese bei der Pflegekasse eingereicht werden. Die Pflegekasse überweist dann den Zuschuss auf das angegebene Konto.

Um dem Wunsch vieler behinderter oder älterer Menschen zu entsprechen, möglichst lange zu Hause leben zu können, sind in den allermeisten Fällen Umbaumaßnahmen nötig.

Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe.

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