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Vollmachten im Alter

Vollmachten im Alter

Da eine Krankheit oder ein Unfall einen Menschen in eine Situation bringen kann, in der er außerstande ist, eigene, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und Wünsche zu äußern, sollte für diese Fälle Vorsorge durch entsprechende Vollmachten getroffen werden. Sonst können Angehörige und andere Vertrauenspersonen nicht rechtsverbindlich tätig werden. Durch die Erteilung einer Vorsorge- oder Betreuungsvollmacht kann vermieden werden, dass eine rechtliche Betreuung im Sinne der §§1896 bis 1908 BGB eingesetzt wird.

Notfallcheckliste Seniorenbetreuung

Gesundheitliche Notfälle mit älteren Verwandten werden komplizierter, je mehr Medikamente, Krankheiten, Ärzte oder Versicherungsleistungen in Betracht gezogen werden müssen. Wir listen Ihnen auf, welche Informationen Verwandte oder auch Betreuer notfalls bei der Hand haben sollten und welche Vollmachten im Alter notwendig sind:

  • Namen aller wichtigen Ärzte, deren Fachgebiete und Telefonnummern
  • Stets aktualisierte Liste aller einzunehmenden Medikamente und Gebrauchshinweise
  • Name der Krankenversicherung und Versicherungsnummer
  • Sozialversicherungsnummer
  • Patientenverfügung und persönliche Wünsche rund um die medizinische Reanimation
  • Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung
  • Grundlegende finanzielle Übersicht mit allen Kontonummern, Namen und Kontaktinformationen
  • Namen und Adressen aller Menschen, die im Notfall benachrichtigt sein sollten.
  • Name und Adresse der lokalen kirchlichen Einrichtung, falls die betreffende Person religiös ist.

Diese Informationen sollten daheim aufbewahrt werden. Am besten legen Sie die Checkliste neben das Telefon oder in die Küche. Es macht auch Sinn, eine Kopie für Ihre Familienmitglieder zu machen.

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Die Patientenverfügung

Mit einer schriftlichen Patientenverfügung entscheiden Sie vorsorglich welche medizinischen Behandlungen noch unternommen werden sollen, wenn Sie entscheidungsunfähig sind. Die Patientenverfügung ist wichtig, Ihren Willen im Voraus festzuhalten, für den Fall, dass Sie in der aktuellen Situation nicht mehr in der Lage sind Ihren Willen zu äußern.

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Die Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht ermächtigen Sie eine andere Person, bestimmte Aufgaben bei einer eintretenden Geschäfts- und/oder Einwilligungsunfähigkeit für Sie zu erledigen. Die Vorsorgevollmacht findet dann Anwendung, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind eine Entscheidung zu treffen. Der Unterschied zur Patientenverfügung ist, dass hier nicht verfügt wird, wie Sie behandelt werden wollen, sondern wer an Ihrer Stelle handeln darf und welche Befugnisse der Bevollmächtigte hat.

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Die Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung legen Sie einen Betreuer fest. Im Unterschied zur Vorsorgevollmacht, bei der ein Bevollmächtigter rechtsverbindlich bestimmt wird, ist sie unverbindlich. Bei einer Betreuungsverfügung muss das Gericht entscheiden, ob ein Betreuer angenommen oder abgelehnt wird. Im Zweifelsfall kann das Gericht einen gewünschten Betreuer ablehnen und einen anderen Betreuer bestellen.

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Bankvollmacht

In bestimmten Situationen reicht eine Vorsorgevollmacht nicht aus. Dieses kann der Fall sein, wenn beispielsweise Bankgeschäfte getätigt werden müssen. Banken erkennen häufig eine Vorsorgevollmacht nicht an und verweisen auf ihre eigenen Bankenvollmachtvordrucke. Dieses Verhalten ist zwar rechtswidrig, kommt aber in der Praxis häufig vor. Die Frage ist, ob dann schon im Vorfeld eine Bankvollmacht ausgestellt werden sollte. Mit diesem Schritt sollte man vorsichtig sein. Überlegen Sie gut, welcher Person sie eine solche Vollmacht ausstellen, denn mit der Bankvollmacht kann die Person sofort über Ihre Konten verfügen. Die Vorsorgevollmacht dagegen tritt erst in Kraft, wenn der Vollmachtgeber keinen freien Willen mehr hat und nicht mehr entscheidungsfähig ist.

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Unser Tipp:

Eine Patientenverfügung sollte Pflicht sein. Die Betreuungsverfügung und die Vorsorgevollmacht haben ein ähnliches Ziel. Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihr ausgewählter Vertreter nicht abgesetzt wird und alleine und unabhängig entscheiden kann, dann entscheiden Sie sich für die Vorsorgevollmacht. Nur diese ist rechtlich bindend.

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Was sind Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung?

Bei Fragen und Unklarheiten rufen Sie unseren SenioBerater an! Wir helfen Ihnen gerne und unterstützen Sie in allen Lebenslagen:

0800 4 777 999