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Interview mit Stefanie Bergmann, Kundenbetreuerin bei MEDI-MARKT und Diabetikerin

SenioBlog:  Frau Bergmann, seit wann wissen Sie, dass Sie an Diabetes erkrankt sind?

Stefanie Bergmann: 2009 wurde bei mir Diabetes Typ 1 festgestellt. Damals traten die typischen Symptome auf: Ständiger Durst, Sehstörungen, Infekte bzw. Pilzbefall sowie extremer Gewichtsverlust. Da ich mich zu dieser Zeit gerade auf einen Halbmarathon vorbereitete, schob ich zunächst alles auf das intensive Training. Von meinen Arbeitskolleginnen kam dann glücklicherweise der entscheidende Anstoß einen Arzt aufzusuchen.

SenioBlog:  Durch eine Veränderung des Lebensstils kann in der Behandlung von Patienten mit Diabetes Typ 2 viel erreicht werden. Gilt das auch für Menschen mit Typ 1?

Stefanie Bergmann: Bei Diabetes Typ 1 spielen die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nicht dieselbe Rolle wie bei Diabetikern mit Typ 2. Wenngleich ich meine Ernährung nicht drastisch umstellen musste, esse ich heute viel bewusster als vor der Diagnose. Beispielsweise nehme ich mehr Vollkornprodukte mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen zu mir. Dadurch wird die Verdauung verlangsamt und der Körper benötigt weniger Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

SenioBlog:  Die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist für jeden Diabetes-Patienten unverzichtbar, um die Stoffwechselstörung in den Griff zu bekommen. Was bedeutet das konkret für Ihren Alltag?

Stefanie Bergmann: Natürlich ist mein Alltag sehr davon geprägt, dass ich jederzeit meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren muss. Um kein Risiko einzugehen, messe ich ihn vor jeder Mahlzeit ebenso wie vor, während und nach dem Sport und auch vor dem Schlafengehen. Spontane Aktivitäten oder eben mal Gelüsten nachzugeben ist leider tabu für mich. Inzwischen habe ich mein Verhalten und meinen Tagesablauf jedoch an diese Erfordernisse angepasst und komme sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit gut zurecht. Gerade, wenn man insulinpflichtig ist, schätzt man die Sicherheit und Flexibilität, die durch moderne Messgeräte möglich wird. Dank dieser Fortschritte in der Medizintechnologie ist es mir möglich, meinen Blutzucker genau zu bestimmen und die Insulinmenge anzupassen.

SenioBlog:  Wie lernen Betroffene am besten ihren Blutzucker selbst zu messen und mit der richtigen Spritztechnik das Insulin zu injizieren?

Stefanie Bergmann: Eine qualifizierte Beratung und Einweisung durch geschulte Diabetologen ist unbedingt sinnvoll. Ich selbst habe nach der Befund-Klärung sehr profitiert von einer sechswöchigen Diabetes-Schulung im Rahmen eines strukturierten Behandlungsprogramms für Patienten mit Diabetes Typ 1. Dabei wurde ich nicht nur in den richtigen Umgang mit dem Blutzuckermessgerät und in die Insulintherapie eingewiesen, sondern erhielt auch eine ausführliche Ernährungsschulung. Außerdem wurde ich sensibilisiert für die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrolluntersuchungen, die helfen Folgeschäden zu vermeiden.

SenioBlog:  Bei vielen Diabetikern drückt oft die Blase. Was können Patienten tun, um mit einer überaktiven Blase und den Begleitsymptomen zurechtzukommen?

Stefanie Bergmann: Davon bin ich selbst nicht betroffen. Aber Studien belegen, dass jeder zweite Diabetiker über eine gestörte Blasenfunktion klagt. Nach langjährigem Diabetes sind oft die Blasennerven geschädigt. Viele Betroffene machen dann den Fehler, wenig zu trinken. Damit riskieren sie, dass Nieren, Blase und Harnröhre nicht ausreichend durchgespült werden und ihre Anfälligkeit für Infektionen steigt. Genügend Trinken ist also auch bei einer überaktiven Blase angesagt. Oftmals lässt sich durch medikamentöse Therapien eine Besserung erreichen. In jedem Fall stehen heute moderne Inkontinenz-Hilfsmittel zur Verfügung, die das Leben mit Inkontinenz erheblich erleichtern.

SenioBlog:  Besten Dank für das Gespräch!