Demenz

Demenz gehört zu den folgenschwersten Alterskrankheiten: Über 1 Millionen Menschen in Deutschland sind dement und dadurch – je nach Erkrankungsstadium – im Alltag deutlich beeinträchtigt bis stark pflegebedürftig.

Niemand muss das alleine durchstehen

Mit dieser Diagnose verändert sich das Leben auf einen Schlag und zwar nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für deren Familie und Freunde. Die meisten Menschen, die an Alzheimer oder einer anderen dementiellen Erkrankung leiden, werden zu Hause von Angehörigen betreut und gepflegt. Oftmals ist die Fürsorge für den pflegenden Ehepartner, die pflegenden Kinder oder andere naheste-

henden Familienmitglieder mit enormem Einsatz und Einschränkungen verbunden. Zum Verzicht auf Freizeit, Hobbys und mitunter auch auf den Job, kommen meis- tens noch körperliche und seelische Belastungen hinzu. Doch es gibt auch immer mehr entlastende Unterstützungsangebote: Zum einen stehen den Versicherten, die an Demenz erkrankt sind, seit 2015 mehr Leistungen der Pflegekasse zu. Zum anderen haben sich mittlerweile in ganz Deutschland wertvolle Selbsthilfe-Initiativen für Angehörige von Demenzkranken etabliert.

Erweiterte Leistungen der Pflegeversicherung

Mit dem Pflegestärkungsgesetz I wurden Anfang 2015 Verbesserungen für die häusliche Pflege eingeleitet. Für eine große Anzahl an Demenzkranken mit Pflegestufe 0, die zuvor nicht ausreichend in ihrem Bedarf berücksichtigt wurden, gibt es seither mehr Leistungen: Unterstützung in Form von Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und einen Zuschlag für Mitglieder ambulant betreuter Wohngruppen. Damit haben Demenzkranke Zugang zu allen Leistungen im ambulanten Bereich, die auch Personen mit Pflegestufe 1 bis 3 zustehen.

Auch ein neues Verständnis von Pflegebedürftigkeit kommt Demenzerkrankten und ihren Angehörigen zugute. Die bisher drei Pflegestufen plus Stufe 0 wurden mit dem Pflegestärkungsgesetz II auf fünf sogenannte Bedarfsgrade erweitert. Bei der Feststellung stehen nun nicht mehr die körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen im Mittelpunkt. Ausschlaggebend dafür, ob eine Person pflegebedürftig ist, wird ihr Grad der Selbstständigkeit sein.

Gedächtnisambulanz: Erster Schritt zur sicheren Diagnose

Um eine eventuelle Erkrankung verlässlich abklären zu lassen, empfiehlt es sich, frühzeitig eine sogenannte Gedächtnisambulanz aufzusuchen. In dieser Spezialsprechstunde können die verantwortlichen Grunderkrankungen für Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- oder Orientierungsprobleme festgestellt werden. Die Gespräche und neurologischen Untersuchungen werden in der Regel im Rahmen mehrerer Termine ambulant durchgeführt. Gesetzlich Versicherte nehmen am besten einen Überweisungsschein des Hausarztes und ihre Krankenkassen-Chipkarte zum ersten Termin mit.

Für die Verbesserung der Situation von Demenzkranken setzen sich auch eine Vielzahl von Beratungsstellen, Selbsthilfe-Initiativen und Unterstützungsnetzwerke auf Gemeinde-, Stadt- oder Landkreisebene ein. Vor allem die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. bietet bundesweit professionelle Beratung für Angehörige und Betroffene wie auch für Pflegefachkräfte. Als besonderen Service bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft das „Alzheimer-Telefon“. Unter 01803 17 10 17 (9 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz) und unter 030 2 59 37 95 14 beantwortet ein Beratungsteam die Fragen der Anrufer.

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