Blasenentzündung, nein danke!

Brennender Schmerz beim Wasserlassen, quälende Krämpfe im Unterbauch und alle paar Minuten das Gefühl, man müsste schon wieder dringend zur Toilette – um schließlich doch nur ein paar Tropfen loszuwerden. Millionen von Menschen kennen diese typischen Symptome einer Blasenentzündung, in der medizinischen Fachsprache Zystitis genannt. Doch während sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen als harmlos erweisen und nach wenigen Tagen von selbst verschwinden, entwickeln sich bei anderen gefährliche Komplikationen oder gar ein hartnäckiges, chronisches Leiden.

Ausreichend trinken!

Genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist das beste Mittel, um eine Blasenentzündung erst gar nicht entstehen zu lassen. Auch wenn sich erste Beschwerden schon andeuten, gilt es besonders viel zu trinken. Zum Ausspülen der Krankheitserreger geeignet sind Wasser oder spezieller Blasentee, manche empfehlen auch Cranberry-Saft. Die großfruchtige Moosbeere soll Wirkstoffe enthalten, die insbesondere Frauen mit immer wiederkehrenden Blasenentzündungen vor einer erneuten Ausbreitung der Bakterien in den Harnwegen schützen. Wichtig ist die Menge: Drei Liter Flüssigkeit pro Tag sollen es mindestens sein.

Blase bei Harndrang entleeren!

Gerade wenn die Harnwege bereits von Bakterien befallen sind, ist es wichtig, die entzündungserregenden Keime schnellstmöglich aus dem Körper auszuscheiden. Der Gang zur Toilette darf deshalb keinesfalls aufgeschoben werden. Vor allem Frauen neigen dazu, das Wasserlassen in vermeintlich unpassenden Situationen „zurückzuhalten“. Schluss damit – die Gesundheit der Blase geht vor! Also nutzen Sie auch unterwegs das Angebot an Toiletten, verpassen Sie ruhig eine Minute des Films oder entschuldigen Sie sich einfach kurz, wenn Sie Besuch haben, um Ihre Blase zu entleeren!

Sanfte Intimpflegeprodukte verwenden!

Nicht nur vernachlässigte Intimpflege, auch übertriebene Hygiene kann die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen. Zu häufiges Reinigen stört die Intimflora, besonders wenn „scharfe“ Hautpflegemittel, d. h. parfümierte Seifen, Sprays oder Puder verwendet werden. Wer vermeiden will, dass es zur Irritation der Harnröhre und zur Besiedelung mit Bakterien kommt, sollte Duftzusätze vermeiden und besser ph-neutrale Lotionen im richtigen Maß anwenden. Bei Anfälligkeit für Blasenentzündung ist zudem Duschen statt Baden empfehlenswert. Wer den- noch ab und zu in die Wanne steigen möchte, sollte das Vollbad nicht zu lange genießen und keinesfalls Badeöle oder Badesalze verwenden.

Immunsystem stärken!

Durch Kälte und Nässe wird das Immunsystem genauso geschwächt wie durch unausgewogene Ernährung. Nicht nur in der kalten Jahreszeit ist es daher wichtig, eine Unterkühlung des Beckens zu vermeiden und auf vitaminreiche Kost zu achten. Ist die Abwehr bereits geschwächt, hilft eventuell eine Extra-Gabe an Vitamin C sowie ausreichend Ruhe und Wärme.

Vorbeugung ist die beste Therapie

Dass die Beschwerden zumeist als „Frauensache“ gelten, hat eine ganz natürliche Ursache: Die Harnröhre ist bei Frauen nämlich kürzer als bei Männern. Dadurch haben es die Bakterien einfacher, in die Harnblase zu gelangen. Außerdem begünstigen die Oberflächenstruktur der weiblichen Scheide und Harnröhrenschleimhaut die Entstehung einer Zystitis. Die Keime dringen üblicherweise von außen über Harnröhre in die Blasenwand, vermehren sich und rufen dort eine Reizung bzw. Entzündung hervor. Aktuellen Schätzungen zufolge leidet nahezu jede zehnte Frau in Deutschland unter einer chronischen Blasenentzündung. Doch auch bei Männern kann es zu Harnwegsinfektionen kommen. Ursache ist häufig eine vergrößerte Prostata verbunden mit Harnabflussstörungen, Verengungen der Harnröhre oder Harnsteinen.

Unangenehme Begleiterscheinungen

Die Begleiterscheinungen sind bestenfalls äußerst unangenehm, können sich aber durchaus bedrohlich entwickeln. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn auch die Nieren und das Nierenbecken infiziert werden. Wenn sich eine Blasenentzündung anbahnt, ist das nicht nur am

Schmerz und am Brennen zu bemerken, sondern auch am getrübten und mitunter übelriechenden Urin, der sogar Spuren von Blut enthalten kann. Erstreckt sich Entzündung auch auf die Vagina, kommt bei den betroffenen Frauen zudem deutlich verstärkter Ausfluss hinzu. Weitere Anzeichen können eine erhöhte Körpertemperatur und ein außergewöhnlich starker Harndrang bis hin zur Dranginkontinenz sein.

Je frühzeitiger eine Zystitis erkannt wird, umso besser lässt sie sich behandeln. Bei stark gefährdeten Personengruppen, etwa pflegebedürftigen Senioren, sind daher Früherkennungsmaßnahmen, wie sie nun auch verstärkt in Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden, besonders hilfreich.

Ob es sich bei den Beschwerden um eine leichte oder komplizierte Form der Blasenentzündung handelt, stellt dann am besten ein Facharzt fest. Ein kompetenter Urologe oder Gynäkologe kann recht schnell abklären, ob eine Behandlung beispielsweise mit Blasen- und Nierentees und weiteren „Hausmitteln“ reicht oder eine antibiotische Therapie, meist über drei Tage hinweg, angesagt ist.